Grundsätzlich zählt der Beruf des Kreditvermittlers zur Sparte der Makler – er vergibt also selbst keine Kredite, sondern er vermittelt Kreditnehmer an geeignete Dienstleister aus der Finanzbranche. Sofern es ihm gelingt, einen Kredit erfolgreich zu vermitteln, erhält er dafür eine Vermittlungsprovision, deren Höhe sich am Darlehensbetrag orientiert. Zahlt die Provision der Kreditgeber, werden die Kosten üblicherweise in das Darlehen eingerechnet, sofern der Kreditnehmer die Gebühr bezahlt, schließt der Vermittler darüber einen gesonderten Vertrag mit seinem Kunden ab.

Gibt es eine Ausbildung für den Beruf?

Eine besondere Ausbildung zum Beruf des Kreditvermittlers gibt es nicht. Die Vermittler müssen – anders als Anlageberater – auch keinen Nachweis über ihre Qualifikation erbringen. Wer als Kreditvermittler arbeiten möchte, benötigt aber einen Gewerbeschein nach § 34 c Gewerbeverordnung, den er beim örtlichen Gewerbeamt erhält. Dort muss er nachweisen, dass er die notwendige Zuverlässigkeit besitzt und seine Vermögensverhältnisse geordnet sind. So darf ein angehender Kreditvermittler etwa in den vorangegangenen fünf Jahren nicht wegen eines Verbrechens verurteilt worden sein. Versagt wird der Gewerbeschein aber auch, wenn der Interessent etwa ein Insolvenzverfahren anhängig hat. Zu den notwendigen Unterlagen gehören deshalb neben einem polizeilichen Führungszeugnis auch eine Auskunft des zuständigen Insolvenzgerichts, eine Bescheinigung des Finanzamtes für Steuersachen sowie ein Auszug aus dem Gewerbezentralregister.

Die Voraussetzungen ändern sich

Weil in der Branche auch zahlreiche Kreditvermittler aktiv sind, welche keine Qualifikation besitzen und sich zahlreiche Verbraucher über die mangelhafte Arbeit beschwert haben, wurde eine EU-Richtlinie erlassen, die bis zum März 2016 in allen Mitgliedstaaten umgesetzt werden musste.

Die Bundesregierung hat auch bereits einen Gesetzesentwurf vorgelegt, durch den die Richtlinie umgesetzt werden soll. Die darin vorgesehenen Vorschriften gelten allerdings zunächst nur für die Vermittler von Wohnkrediten. Diese müssen ihre Qualifikation künftig in Form eines Sachkundenachweises nachweisen können. Dieser soll bei den Industrie- und Handelskammern durchgeführt werden. Erforderlich soll der Nachweis allerdings nur bei Neueinsteigern sein, nicht jedoch bei langjährigen Vermittlern. Zu den geplanten Änderungen gehört auch, dass eine Registrierungspflicht eingeführt werden soll. Das entsprechende Berufsregister soll ebenfalls bei den Industrie- und Handelskammern geführt werden. Geplant ist auch, dass die Vermittler von Immobilienkrediten verpflichtet werden, eine Berufshaftpflichtversicherung abzuschließen.