Bei einem Dispositions- oder Überziehungskredit handelt es sich um ein Darlehen, das von der Bank gewährt wird. Die Kunden können dann ihr Girokonto bis zu einem festgelegten Maximalbetrag überziehen. Wie hoch dieser ist, liegt unter anderem daran, wie hoch die regelmäßigen Zahlungseingänge sind und wie die Schufa-Auskunft ausfällt.

Weitere Sicherheiten seitens des Kreditnehmers sind üblicherweise nicht notwendig, weil zwischen Kunden und Bank ein Pfandrecht vereinbart wird. Wird der Überziehungskredit nicht zurückgezahlt, kann die Bank also notfalls auf weitere Konten oder Wertpapierdepots zurückgreifen. Gewährt wird der Dispo üblicherweise ohne formellen Antrag. Der Überziehungskredit ist zudem flexibel und soll in erster Linie dabei helfen, einen kurzfristigen Engpass zu überbrücken – allerdings sind die Zinsen dafür relativ hoch. Kunden, die das Konto über das Dispo-Limit hinaus überziehen, müssen zusätzlich Überziehungszinsen bezahlt werden.

Was kostet der Überziehungskredit?

Weil Banken ihr Geld mit den Zinsen verdienen, haben sie natürlich ein Interesse daran, möglichst hohe Überziehungskredite zu gewähren – bis zu drei Monatsgehälter sind keine Seltenheit. Im Durchschnitt verlangen Banken für den Überziehungskredit laut der Zeitschrift Finanztest aktuell Zinsen in Höhe von 9,91 Prozent. Weil die Zinsen also relativ hoch sind, verdienen die Banken auch noch am Überziehungskredit, wenn diese von den Kunden nur kurzfristig genutzt werden.

Deshalb sollten die Kunden den Dispokredit nur sehr kurz und in Ausnahmefällen nutzen. Die bessere Alternative ist es, anderweitige finanzielle Reserven zu nutzen oder die Kreditlinie der Kreditkarte auszunutzen. Der Grund: Hier sind die Verluste beziehungsweise Kosten deutlich niedriger. Die genauen Kosten lassen sich über einen Überziehungskredit Rechner ermitteln. Hier muss in die Maske nur der jeweilige Rahmen für den Überziehungskredit und der Zinssatz eingegeben werden. Anschließend werden die Kosten für den Überziehungskredit ermittelt.

Ein Tipp: Wer den Überziehungskredit regelmäßig in Anspruch nehmen muss, sollte auch über eine Umschuldung nachdenken. Denn die Zinsen für einen Ratenkredit sind deutlich niedriger.

Positiv ist jedoch, dass Sparkassen und Banken außer den Zinsen keine zusätzlichen Bearbeitungsgebühren verlangen dürfen. Dies wurde auch bereits durch mehrere Gerichtsurteile, etwa des Oberlandesgerichtes Hamm oder des Landgerichtes Frankfurt am Main bestätigt. Der Grund: weitere Gebühren sind unzulässig, weil die Kunden ohnehin bereits höhere Zinsen bezahlen.